Bohrmaschinen und Schlagbohrmaschinen

Zunächst ist es vielleicht verwirrend, wenn man Bohrmaschinen mit 1 Gang, 2-Gang oder Mehrgang angeboten bekommt. Dann sind da auch noch Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer. Wo ist der Unterschied und welche ist für meinen Einsatzzweck die richtige Bohrmaschine? Am häufigsten findet man wohl die 2-Gang-Bohrmaschine. Sie hat ihren Einsatz dort, wo mit verschiedenen Durchmessern gebohrt wird und wo es darauf ankommt, eine Bohrmaschine zu haben, die universal  und für mehrere Bohrmedien eingesetzt werden kann. Präzises Bohren ist damit sehr gut möglich.

Typische Bohrbereiche sind: 6/10 mm, 8/13 mm und 10/16 mm. Die Maschinen werden meist dem größeren Durchmesser entsprechend bezeichnet und mit dem Zusatz "zwei Gänge" versehen. Bei den technischen Angaben werden meist die maximalen Bohrdurchmesser genannt, wobei bei den Bohrmaschinen meist die Angabe der Bohrleistung für Stahl, bei Schlagbohrmaschinen die Angabe  für Gestein benutzt wird.

Beispiele:

Bei einer 10-mm-Bohrmaschine bedeutet dies, daß die Maschine in ihrer Motorleistung, der Drehzahl und dem erforderlichen Drehmoment auf einen Durchmesser von maximal 10 mm in Stahl ausgelegt ist.Bei den Schlagbohrmaschinen gibt man den größtmöglichen Bohrdurchmesser in Gestein an (die Bohrdurchmesser in Stahl und Holz meist noch zusätzlich). Weil man eine Schlagbohrmaschine ja deshalb auswählt, weil man damit vor hat, in Gestein zu bohren.  Beschränkt man sich auf Bohren in Holz oder Stahl, so ist die Bohrmaschine die richtige Wahl.

Häufig wird die Frage gestellt, ob mit einer 10 mm Bohrmaschine auch kleiner oder größere Löcher gebohrt werden können.

Dabei ist jedoch folgendes zu beachten:

Je kleiner der Bohrdurchmesser wird, desto geringer wird die Umfangs- geschwindigkeit des Bohrers und desto langsamer damit der Arbeitsfortschritt. Man braucht mit einer 10-mm-Bohrmaschine wesentlich länger, um ein 6-mm-Loch zu bohren, als mit einer 6-mm-Bohrmaschine, obwohl die Motorleistung der 10-mm-Bohrmaschine in der Regel höher ist als die einer 6-mm-Bohrmaschine. Je größer der Bohrdurchmesser also  ist, desto höher wird die Bohrmaschine belastet. Umgekehrt: verwendet man zum Beispiel größere Bohrer als 10 mm an einer 10-mm-Bohrmaschine, dann nimmt die Drehzahl der Maschine durch die höhere Belastung ab, der Motor wird dann nicht mehr ausreichend gekühlt. Bei dauernder Überbelastung kann die Maschine überhitzen und durchbrennen.

Etwas, was wir bei billigen "No-Name"- Maschinen immer wieder beobachten.

Spätestens wenn das passiert - und wer seine Billig-Bohrmaschine häufiger einsetzt, wird diese Erfahrung früher oder später machen, wird dann  feststellen, daß das Schnäppchen nichts anderes war, als gutes Geld für ein schlechtes Gerät zum Fenster rauszuwerden. Siehe dazu auch weiter unten : "auch hier gilt"

Nun unterscheiden sich die Bohrmaschinen auch in der Form, insbesondere in der Form des Handgriffs. Hier finden wir den Pistolengriff und den Spaten- oder D-Griff genannt.

Die Pistolenform macht die Maschine kompakter und damit handlicher. Sie hat sich deshalb in den Bohrbereichen bis 13 mm durchgesetzt. Über den Hebelarm des Pistolengriffes kann im Blockierfall ein Teil des Rückdrehmomentes abgefangen werden. Die Verwendung eines Zusatzhandgriffes ist stets empfehlenswert, bei größeren Bohrdurchmessern unerläßlich.

Die Spatenform oder D-Griff-Form ermöglicht ergonomisch höhere Andruckkräfte, die zentral zur Spindelachse ausgeübt werden können. Sie hat sich deshalb in Bohrbereichen über 13 mm durchgesetzt. Da der Hebelarm des Spatengriffes praktisch Null ist, kann im Blockierfall das Rückdremoment nicht abgestützt werden. Spatengriff-Maschinen müssen deshalb stets mit Zusatzhandgriff eingesetzt werden, die Bohrmaschine läßt sich damit besser beherrschen, insbesondere dann, wenn der Bohrer einmal blockiert. Bohren Sie nie mit einem Spatengriff ohne Zusatzhandgriff!

In der Regel werden mit den Bohrmaschinen auch Tiefenanschläge mitgeliefert.

Der Tiefenanaschlag ermöglicht  das Bohren in einer exakten Tiefe, was besonders dann wichtig ist, wenn viele Löcher mit der gleichen Tiefe gebohrt werden müssen. Dadurch wird nicht nur erheblich Arbeitszeit eingespart, sondern auch  Bohrermaterial. Werden z.B. viele hundert Dübel gesetzt, so kommt es schon auf Zeit und Materialverschleiß an.

Obwohl die meistern Bohrmaschinen eine elektronische Steuerung besitzen, macht es Sinn, zusätzlich die Maschine mit mehreren Gängen auszurüsten.

Da mit der Elektronik nur die Drehzahl, jedoch nicht die Drehmomentbereiche  gesteuert werden,  werden diese durch die Getriebeabstufungen, also durch die Gänge erzeugt.

Eine weitere Besonderheit ist  neben der Schlagbohrmaschine, der Bohrhammer.

Er besitzt meist ein pneumatisch - rotierendes Schlagwerk und wird zum Bohren von Beton und Gestein eingesetzt. Die Schlagenergie des Bohrhammers wird allein durch das Schlagwerk produziert, nicht jedoch durch den Druck des Bedienungspersonals. Da in der Regel das Schlagwerk umgeschaltet werden kann auf  das Bohrwerk, ist der Bohrhammer auch als Bohrmaschine bzw. Schlagbohrmaschine einzusetzen.

Hier erfolgt die Einteilung nicht nach Bohrleistung oder Schlagzahl, sondern nach Gewicht des Bohrhammers.

Leichte Bohrhämmer wiegen  ca. 1,8 bis 3,0 kg, mittelschwere Bohrhämmer 4,0 bis 5,0 kg, schwere Bohrhämmer gar 6,0 bis 12 kg.

Das Angebot an Bohrmaschine, Schlagbohrmaschinen und Bohr -und Stemmhämmern ist riesig. Hier macht eine Beratung Sinn, bevor Sie zum Erstbesten greifen. Rufen Sie uns gerne an, wir rufen zurück.

Hotline: 04192 - 8191013

Auch hier gilt

Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm gedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.

John Ruskin engl. Sozialreformer 1819-1908